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Ribatejo
Der Ribatejo, das „Land an den Ufern des Tejo“, ist ein Schwemmland des Flusses mit sanften Hügeln, weiten Ebenen und ausgedehnten Weideflächen; ein fruchtbarer Garten, in dem weitflächig Obst, Gemüse, Reis, Getreide und Wein angebaut werden.
Ribatejo ist außerdem die Gegend der wilden Stiere, der edlen Lusitano-Pferde und der Stierkämpfe. Im Winter wird die Region oft vom Fluss Tejo überschwemmt. Im Sommer hingegen, ist die Gegend von der glühenden Hitze ausgetrocknet und dürr. Dieses Gebiet ist touristisch noch unentdeckt, so dass man hier noch das wahre Portugal erleben kann.
Geschichte Ähnlich dem benachbarten Estremadura, ist die Geschichte der Region, die einst an der Grenze der christlichen Königreiche mit den maurischen Gebieten lag, eng mit der Gründung der portugiesischen Nation verbunden. Im Jahre 1147 wurden aus Santarém, der Hauptstadt des heutigen Ribatejo, die Mauren vertrieben, und die Stadt wurde eine Zeit lang Hauptstadt des Reiches.
Die Gegend war auch einer der Hauptaustragungsorte der Iberischen Kriege und Hauptquartier der Franzosen, während derer drei Invasionen. Die Streitkräfte des Duke of Wellington belagerten und stürmten Santarém 1810-11 und vertrieben die Franzosen aus Portugal. In jüngster Geschichte, verließ hier ein Militärkonvoi die Stadt, um erfolgreich an der berühmten Nelkenrevolution 1974 gegen die Jahrzehnte währende Diktatur zu kämpfen.
Kultur - Fiestas Feierlichkeiten und Volksfeste gehören zum täglichen Leben im Ribatejo wie die Butter aufs Brot. Eine der spektakulärsten Veranstaltungen ist das „Festival do Colete encarnado“ (Festival der roten Weste), welche in den ersten beiden Juliwochen in Vila Franca de Xira stattfindet. Bei diesem Volksfest werden ebenso wie beim Jahrmarkt im Oktober junge Bullen durch die Stadt hin zur Stierkampfarena getrieben. Junge Männer testen ihren Mut und laufen den Stieren voran. Wozu also nach Pamplona fahren ?
In Santarém findet alljährlich im Oktober eine ausgezeichnete Gastronomie- und (Kunst-) Handwerksausstellung statt.
Für Pferdeliebhaber empfiehlt es sich, im November zum berühmten Pferdemarkt nach Golegã zu reisen.
Kunsthandwerk Typische Kunstgewerbeartikel dieser Region sind sehr farbenprächtige Körbe aus Weidenruten und Binsen, Patchwork-Steppdecken, mundgeblasenes Glas und glasierte, handbemalte Keramikwaren.
Sehenswürdigkeiten Die Hauptstadt der Provinz Ribatejo, Santarém, wird auch „Portugals Hauptstadt der Gotik“ genannt.
Nachfolgend einige der wichtigsten Bauwerke dieser Stadt: Kirche São João de Alporão (13. Jhdt.); Graça-Kirche (14. Jhdt.); Marvila-Kirche (dem Manuelismus nachempfunden); Kirche des Klosters von Santa Clara (1260); Kloster São Francisco (1242); Kirche Santa Cruz da Ribeira (14. Jhdt.); Figueiras-Brunnen (13. Jhdt.); der bewehrte Hauptplatz von Alcáçova; das Tor von Santiago und das Sonnentor.
Eine Renaissance-Phase zwischen dem 16. und 18. Jhdt. führte zu einigen manieristischen Hausfassaden im portugiesischen „Chão“-Stil, der sich in einer sehr einfachen, geraden Linienführung darstellt.
Gastronomie Typische Gerichte des Ribatejo:
Açorda (Brotsuppe mit Ei, Koreander und Knoblauch)
Sopa de peixe (Fischsuppe)
Fataça na telha (Fisch im Dachziegel gekocht)
Das Fleisch ist hier hervorragend und es lohnt sich, eines der unzähligen Gerichte, wie z.B. die Espetadas em vara de loureiro (Fleisch am Lorbeerstab gegrillt) zu probieren.
Die Sopa da Pedra (wörtlich ‚Steinsuppe’; Fleisch, Bohnen und Gemüse) aus Almeirim ist berühmt, und die Portugiesen legen viele Kilometer zurück, um sie in den darauf spezialisierten Restaurants der Gegend zu geniessen.
Die Celestes aus Santa Clara, ein traditioneller Käsekuchen, sind ein wunderbarer Abschluss für jedes Mahl. Im Ribatejo werden ebenfalls einige sehr gute, meist rote Weine hergestellt. Sie kommen aus den Gegenden um Almeirim, Santarém, Coruche, Cartaxo und Chamusca. Probieren Sie den leichten, fruchtigen Serradayre Rotwein.
Aktivitäten Feste und Feierlichkeiten sind bei den Einwohnern des Ribatejo besonders beliebt. So werden in dieser Region auch einige wichtige nationale Veranstaltungen abgehalten. Besonders sehenswert ist der Pferdemarkt im November in der hübschen Stadt Golegã und die Nationale Gastronomie Messe im Oktober in Santarém. Da im Ribatejo auch hervorragender Wein hergestellt wird, gibt es dazu passend ein gutes Museum - das Cartaxo Landwirtschafts- und Wein-Museum.
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